Briefe

Dr. med. Martina Herrmann                                                                                                                         Potsdam, den 18.09.2012
FA f. Innere Medizin
Zum Jagenstein 3
14478 Potsdam

Leserbrief zu “Berufsgruppe mit enormer Verantwortung“ MAZ vom 15.09.2012

Wir wollen so nicht weitermachen!

Ich kann den Darlegungen des Lesers P. Ziesecke nur voll zustimmen. Es ist ein Armutszeugnis für Politik, Krankenkassen aber auch die hauptamtlichen Vertreter der Ärzteschaft, dass sie es haben soweit kommen lassen. Uns Ärzten bleibt kein anderes Mittel mehr. Geredet wurde genug. Wir müssen endlich handeln. Vor allem die Bürger informieren, welches Spiel hier sowohl uns Ärzten als auch unseren Patienten von Politik und Krankenkassen vorgelogen wird. Wir Ärzte sind in unsere beruflichen Pflichten so stark eingebunden, dass uns Kraft und Zeit fehlen, eine wahrheitsgemäße Aufklärung der Bürger auch noch zu übernehmen. Wir sind nicht die Erfüllungsgehilfen der Politik. Das muß nun endlich auch unsere Kassenärztliche Vereinigung als Körperschaft begreifen, sonst hat sie uns Ärzte verloren. Es geht uns schon lange nicht mehr darum, ein Almosen in Form von ein paar Euro mehr zu bekommen.

Wir sind keine Leistungserbringer. Wir sind Ärzte. Wir sind nicht korrupt, keine geldgierigen Abzocker und schon gar keine Millionäre. Wir Ärzte machen die Arbeit, Bürokraten können nicht heilen. Wir wollen nur unsere Patienten ordentlich versorgen und unsere Angestellten arbeiten auch nicht für lau. Die Krankenkassen müssen dafür die erforderlichen Mittel bereitstellen, die sie ja ausreichend haben (ca.23 Milliarden Überschuß). Wir fordern deshalb feste Preise für alle ärztlichen Leistungen ohne Budgetierung und Mengenbegrenzung, wie es in vielen Ländern dieser Welt üblich ist. Wir fordern die sofortige Abschaffung verfassungsfeindlicher Maßnahmen wie z. B. Regresse. Das Krankheitsrisiko der Patienten müssen die Krankenversicherungen tragen und nicht wir Ärzte.

Es muß Schluß sein mit der sogenannten Honorarverteilung. Honorar wird nicht verteilt, Honorar verdient man. Es ist einfach unerträglich, wie in den Medien sich jeder über die Angemessenheit unseres Honorars äußert. Das würde sich keine andere Berufsgruppe bieten lassen. Die Politik hat jämmerlich versagt. Unsere Gesundheitsministerin Frau Anita Tack kritisiert unsere Protestaktionen. Ich frage mich auf welcher Seite stehen Sie? Auf der Seite der Krankenkassen, die das Geld für alles Mögliche ausgeben, nur nicht für eine ordentliche medizinische Versorgung und uns unentwegt öffentlich diffamieren oder auf der Seite der Ärzte, aller anderen Mitarbeiter im medizinisch pflegerischem Bereich und vor allem der Seite der Patienten.

Ihr Staatssekretär Herr Dr. Daniel Rühmkorf ist Mitglied im sog .“Verein der demokratischen Ärzte Deutschlands“. Dieser Verein bezeichnet den nun endlich notwendigen Zusammenschluß aller Ärzte als “tumultartige Verantstaltung, die peinlich für die gesamte Ärzteschaft wäre. Nicht die Kassen, sondern die Kassenärzteschaft hätte die rote Linie überschritten.“

Herr Rühmkorf ! Sie und Ihre Ministerin sollten sofort Ihren Platz räumen! Mit Ihrem Verhalten öffnen Sie der Gesundheitskonzernindustrie und den Medizinischen Versorgungszentren Tür und Tor, weil die Ärzteschaft bewusst finanziell ausgehungert werden soll. Damit haben wir dann amerikanische Verhältnisse!

Vielen Dank auch!!!

Dr.med.Martina Herrmann
Mitglied Medi –Deutschland,
Mitglied Freie Ärzteschaft


Dr. med. Martina Herrmann                                                                                                                         Potsdam, den 13.04.2011
FA f. Innere Medizin
Zum Jagenstein 3
14478 Potsdam

Offener Brief an den Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg

Sehr geehrter Vorstand der KV- Brandenburg!

Wir erwarten von unserer KV Brandenburg, sich endlich für die Interessen ihrer Kollegen einzusetzen.

Die Ereignisse der letzten Tage, insbesondere der Vertretervollversammlung der KBV vom 07.04. und 08.04.2011 in Berlin und die dort gestellten Forderungen und Beschlüsse werfen bei uns Mitgliedern der KV Brandenburg so einige Fragen an Sie auf, wie Sie dabei im Einzelnen mitgewirkt haben.

Im Weiteren zu den konkreten Punkten:

Die neuen ambulanten Kodierrichtlinien sollen nun erst zum 01.01.2012 scharf gestellt werden und auch nur in ausgesuchten Praxen, die dafür ein Honorarplus erhalten. Diesen Antrag stellten die Delegierten aus Niedersachsen, Hessen und Bayern. Er wurde mit 32 Stimmen angenommen. Waren Sie dabei? Unsere Praxis hat sich übrigens mit ca. 500 Unterschriften an der Petition gegen die AKR beteiligt.

Die VV der KBV hat im Rahmen ihrer Klausurtagung zum Versorgungsgesetz beschlossen, den Vorstand zu beauftragen, die zeitnahe Einführung einer angemessenen Vergütung mit festen Preisen sowie Planungssicherheit und Verlässlichkeit zur Steigerung der Attraktivität der ambulanten ärztlichen Tätigkeit und Begegnung des Ärztemangels gefordert. Der Antrag wurde eingebracht von Kollegen des Bayerischen Fachärzteverbandes, anderen Kollegen aus Bayern, Baden- Württemberg und Hessen. Ihre Namen konnte ich nicht finden.
Die Vollversammlung der KBV hat den Vorstand und die Vorsitzenden der KBV-Vertreterversammlung verpflichtet, sich im laufenden Gesetzgebungsverfahren für die Streichung der §§ 72a und 95b SGB V einzusetzen. Der KV-Chef aus Mecklenburg Vorpommern Dr. Wolfgang Eckert (übrigens der einzige KV-Chef der neuen Bundesländer) hatte u.a. nach einer kritischen Bilanz der bisherigen Amtszeit von KBV-Chef Dr. Andreas Köhler das Thema der Strafparagraphen in einem Entschließungsantrag eingebracht. Weitere Antragsteller waren Vertreter der KV Baden-Württemberg, Saarland, Bayern und Hessen. Und wo waren Sie???

Ihnen dürfte bekannt sein, dass unsere Landesgesundheitsministerin Frau Anita Tack die niedergelassenen Ärzte als Auslaufmodell und in der Förderung der MVZs die Zukunft sieht. Ich vermisse Ihren Aufschrei, so wie es die Ärzte-Union Brandenburg, vertreten durch Herrn Dr. Werner Hessel, und wir als Medi–Vorstand Brandenburg getan haben.
Ich war übrigens zur Wiederwahl von Herrn Andreas Köhler am 11.03.2011 in Berlin persönlich anwesend und ich muss sagen, ich schäme mich für meine KV, dass sie zu all diesen Dingen schweigt. Oder können Sie mich eines Besseren belehren?

Und letztendlich, wer hat eigentlich die 35-prozentige Gehaltserhöhung von Dr. Köhler mitbeschlossen? Einfach nur noch peinlich!

In diesem Zusammenhang muss ich mich an die Worte von Albert Einstein erinnern: „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ oder Voltaire: „ Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“

Mit sehr nachdenklichen Grüßen!

Dr. med. Martina Herrmann

Vorstandsmitglied Medi-Verbund-Brandenburg
Mitglied Freie Ärzteschaft


 

Dr. med Martina Herrmann
FÄ für Innere Medizin
Zum Jagenstein3
14478 Potsdam

Frau Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler
Gesundheitsministerium Land Brandenburg
Heinrich -Mann Allee
14478 Potsdam                                                                                                                                               Potsdam, den 31.10.2007

 

Sehr geehrte Frau Ministerin,

sicherlich ist Ihnen gut bekannt, wie sich die Situation der medizinischen Versorgung in Deutschland und insbesondere im Land Brandenburg verschärft hat.

Leider konnten wir als Ärzte dieses Landes nicht erkennen, dass unseren Patienten und uns Ihrerseits Hilfe zuteil wurde.

Ich erinnere an die Situation im Herbst 2005. Diese hat sich in keiner Weise entschärft, im Gegenteil weiterhin zugespitzt.

Die noch bestehende Existenz meiner hausärztlichen Praxis in Potsdam ist nur möglich, weil ich mich wiederum privat mit teuren Krediten verschuldet habe, um jeden Morgen meine Praxis zu öffnen und die Patienten zu versorgen.

Auch der neue EBM 2008 wird keine Besserung bringen, weil nicht mehr Geld in das seit Jahren unterfinanzierte System kommt. Außerdem ist es 2009 zu spät. Ca 800 Praxen im Land Brandenburg stehen unter großen finanziellen Schwierigkeiten, ca 80 kurz vor der Insolvenz oder sind es schon.

Es ist nur noch eine Schande, wie mit uns umgegangen wird.

Ich lege Ihnen einen Informationsbrief an meine Patienten bei, dessen Inhalt Sie sich als politisch verantwortliche Abgeordnete stellen sollten.

Wir und unsere Familien sind nicht mehr bereit, weitere Experimente ohne finanziellen Erfolg mitzutragen.(siehe EBM 2008)

Wir fordern Ihre Stellungnahme und Ihren Einfluß!

Hochachtungsvoll
Dr. Martina Herrmann

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